Themenwelt: Zahnersatz & Implantate

Basal-Implantat

Kurz erklärt

Ein Basal-Implantat ist eine spezielle Form des Zahnimplantats, die nicht im weichen Kieferkamm, sondern im harten, tiefliegenden Basalknochen des Kiefers verankert wird. Da dieser Knochen auch bei starkem Knochenschwund erhalten bleibt, kann ein Basal-Implantat oft ohne vorherigen Knochenaufbau eingesetzt und meist innerhalb weniger Tage mit festem Zahnersatz belastet werden.

Was ist ein Basal-Implantat?

Basal-Implantate – auch basale Implantate, BOI-Implantate (basal-osseointegrierte Implantate) oder bikortikale Implantate genannt – gehören zur Gruppe der Zahnimplantate, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer Verankerung: Während klassische Implantate wie eine künstliche Zahnwurzel im Kieferkamm (dem sogenannten krestalen Knochen) einheilen, stützen sich Basal-Implantate auf den Basalknochen ab – die harte, dichte Knochenschicht an der Basis des Kiefers.

Der entscheidende Vorteil: Der Basalknochen ist sehr widerstandsfähig und bildet sich – anders als der Kieferkamm – auch nach Zahnverlust, langer Zahnlosigkeit oder einer Parodontitis kaum zurück. Genau dort setzt die Methode an: Sie nutzt den Knochen, der noch da ist, statt fehlenden Knochen erst wieder aufbauen zu müssen.

Basal-Implantat vs. klassisches Implantat

Die beiden Implantat-Typen verfolgen dasselbe Ziel – festsitzenden Zahnersatz –, gehen aber unterschiedliche Wege:

Vergleich von Basal-Implantat und klassischem Implantat
Merkmal Basal-Implantat Klassisches Implantat
Verankerung Im harten Basalknochen (Kortikalis) Im Kieferkamm (krestaler Knochen)
Knochenaufbau nötig? Meist nicht, auch bei starkem Knochenschwund Bei Knochenmangel häufig erforderlich
Belastung Sofortbelastung – fester Zahnersatz oft nach wenigen Tagen Meist 3–6 Monate Einheilzeit
Bauweise Meist einteilig (Implantat und Aufbau aus einem Stück) Meist zweiteilig (Implantat + Abutment)
Verbreitung Spezialisierte Praxen, weniger verbreitet Etablierter Standard mit breiter Studienlage

Wann kommen Basal-Implantate zum Einsatz?

Basal-Implantate sind vor allem dann eine Option, wenn klassische Implantate an fehlendem Knochenangebot scheitern oder nur mit grossem Zusatzaufwand möglich wären. Typische Einsatzgebiete sind:

  • Starker Knochenschwund (Knochenatrophie) – etwa nach langjähriger Zahnlosigkeit oder dem Tragen von Prothesen
  • Parodontitis-bedingter Knochenverlust, wenn der Kieferkamm bereits stark abgebaut ist
  • Wunsch, einen Knochenaufbau zu vermeiden – etwa aus medizinischen oder zeitlichen Gründen
  • Versorgung ganzer Kiefer mit festsitzenden Brücken in kurzer Zeit («feste Zähne in wenigen Tagen»)
  • Risikopatienten, bei denen mehrere chirurgische Eingriffe vermieden werden sollen, z. B. bei Raucherinnen und Rauchern oder Diabetes
Ob ein Basal-Implantat im Einzelfall geeignet ist, kann nur eine implantologisch erfahrene Zahnärztin oder ein Zahnarzt nach gründlicher Diagnostik (u. a. 3D-Röntgen/DVT) beurteilen. Die Methode wird in der Schweiz nur von spezialisierten Praxen angeboten.

Wie läuft die Behandlung ab?

  1. Diagnostik & Planung Klinische Untersuchung und dreidimensionale Röntgenaufnahme (DVT), um Knochenangebot, Nervverläufe und Kieferhöhlen exakt zu vermessen.
  2. Einsetzen der Implantate Die Basal-Implantate werden – meist in lokaler Betäubung, auf Wunsch in Sedierung – im Basalknochen verankert. Oft sind keine grossen Schnitte nötig.
  3. Abdruck & Zahnersatz-Herstellung Direkt im Anschluss wird ein Abdruck oder Scan genommen; das zahntechnische Labor fertigt die festsitzende Brücke an.
  4. Eingliederung des Zahnersatzes In der Regel innerhalb von etwa 3 bis 7 Tagen wird der feste Zahnersatz eingesetzt – die Implantate werden sofort belastet.
  5. Nachsorge Regelmässige Kontrollen und eine konsequente Dentalhygiene sind entscheidend für den Langzeiterfolg.

Vorteile und Nachteile von Basal-Implantaten

Vorteile

  • Meist kein Knochenaufbau nötig – auch bei starkem Knochenschwund
  • Sofortbelastung: feste Zähne oft innerhalb weniger Tage
  • Weniger Einzeleingriffe, kürzere Gesamtbehandlungszeit
  • Auch für viele Risikopatienten eine Option
  • Gesamtkosten können unter denen einer Lösung mit Knochenaufbau liegen

Nachteile

  • Schmalere wissenschaftliche Studienlage als bei klassischen Implantaten
  • Nur wenige spezialisierte Anbieter – Erfahrung der Behandelnden ist entscheidend
  • Bei Misserfolg ist die Korrektur aufwendiger
  • Einteilige Bauweise lässt weniger prothetischen Spielraum
  • Von Teilen der klassischen Implantologie kritisch beurteilt

Was kosten Basal-Implantate?

Die Kosten hängen von der Anzahl der Implantate, dem Umfang des Zahnersatzes und der Praxis ab. Als grobe Orientierung gilt: Für die festsitzende Versorgung eines ganzen Kiefers bewegen sich die Preise häufig im Bereich mehrerer tausend bis über zehntausend Franken – inklusive Implantaten, Eingriff und Zahnersatz. Da bei geeigneten Fällen der Knochenaufbau entfällt, kann die Gesamtrechnung günstiger ausfallen als eine klassische Implantatlösung mit Augmentation.

In der Schweiz übernimmt die Grundversicherung Zahnimplantate nur in seltenen Ausnahmefällen (z. B. nach Unfällen oder bei bestimmten Erkrankungen). Holen Sie vor der Behandlung immer einen detaillierten Kostenvoranschlag ein und vergleichen Sie ihn mit Alternativen wie klassischen Implantaten oder herausnehmbarem Zahnersatz.

Häufige Fragen zum Basal-Implantat

Was ist der Unterschied zwischen einem Basal-Implantat und einem normalen Implantat?

Ein klassisches Implantat wird im Kieferkamm verankert und benötigt dort ausreichend Knochensubstanz. Ein Basal-Implantat nutzt dagegen den tieferliegenden, harten Basalknochen, der auch bei starkem Knochenschwund weitgehend erhalten bleibt. Dadurch kann oft auf einen Knochenaufbau verzichtet werden.

Für wen eignen sich Basal-Implantate?

Vor allem für Patientinnen und Patienten mit stark abgebautem Kieferknochen, bei denen klassische Implantate nur mit aufwendigem Knochenaufbau möglich wären – etwa nach langer Zahnlosigkeit, bei Parodontitis-bedingtem Knochenverlust oder wenn ein Knochenaufbau nicht gewünscht oder nicht möglich ist.

Wie lange dauert die Behandlung?

Basal-Implantate sind für die Sofortbelastung konzipiert: Der feste Zahnersatz wird in der Regel innerhalb von etwa 3 bis 7 Tagen nach dem Einsetzen eingegliedert. Bei klassischen Implantaten vergehen dagegen oft drei bis sechs Monate Einheilzeit – bei zusätzlichem Knochenaufbau noch länger.

Was kosten Basal-Implantate?

Für eine festsitzende Versorgung eines ganzen Kiefers liegen die Preise häufig im Bereich mehrerer tausend bis über zehntausend Franken. Ein detaillierter Kostenvoranschlag und der Vergleich mit klassischen Implantatlösungen sind in jedem Fall empfehlenswert.

Wie lange halten Basal-Implantate?

Bei guter Mundhygiene, regelmässiger Nachsorge und erfahrener Behandlung können Basal-Implantate viele Jahre halten. Die Langzeit-Studienlage ist allerdings schmaler als bei klassischen Implantaten – umso wichtiger sind die Erfahrung der Praxis und eine konsequente Nachsorge.

Fachlich geprüfter Beitrag Dieser Artikel wurde von der Opti-Dent-Redaktion erstellt und zahnmedizinisch geprüft. Letzte Aktualisierung: 10. Juni 2026. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung.